Der komplette Leitfaden zur SMS-Weiterleitung für Business-Teams
Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2025 · 12 Min. Lesezeit
Das AWS-Konto eures Unternehmens erfordert SMS-Verifizierung. Euer Stripe-Dashboard sendet Sicherheitscodes an eine Telefonnummer. Eure Social-Media-Konten, euer Domain-Registrar, euer Banking-Portal – sie alle verlassen sich auf SMS-Codes, die an das Handy einer Person gehen.
Was passiert, wenn diese Person im Urlaub ist? In einem Meeting? Nicht mehr im Unternehmen?
SMS-Weiterleitung für Unternehmen löst dieses Problem, indem Verifizierungscodes automatisch an die richtigen Teammitglieder weitergeleitet werden. Dieser Leitfaden deckt alles ab, was ihr wissen müsst: wie es funktioniert, worauf ihr bei einer Lösung achten solltet und wie ihr es für eure Organisation implementiert.
Was ist SMS-Weiterleitung für Unternehmen?
SMS-Weiterleitung für Unternehmen ist genau das, wonach es klingt: Eingehende Textnachrichten an eine dedizierte Telefonnummer werden automatisch an bestimmte Teammitglieder oder Kanäle weitergeleitet. Statt dass eine Person der Gatekeeper für alle Verifizierungscodes ist, liefert das System Nachrichten dorthin, wo sie gebraucht werden.
Anders als bei privater SMS-Weiterleitung (die typischerweise Kopien persönlicher Nachrichten an ein anderes Gerät sendet) ist die geschäftliche SMS-Weiterleitung für organisatorische Anwendungsfälle konzipiert:
- Dedizierte Nummern: Separate Telefonnummern für geschäftliche Verifizierung, keine persönlichen Geräte
- Multi-User-Zugang: Mehrere Teammitglieder können dieselben Nachrichten empfangen oder darauf zugreifen
- Integrationsoptionen: Verbindung mit Slack, Microsoft Teams, E-Mail oder eigenen Systemen via API
- Audit-Trails: Nachverfolgung, wer welche Codes wann erhalten hat
- Echte SIM-Karten: Tatsächliche Mobilfunknummern, die nicht von Diensten blockiert werden
Warum Unternehmen SMS-Weiterleitung brauchen
Der Bedarf an SMS-Weiterleitung wird typischerweise nach einem Vorfall deutlich – ein gesperrtes Konto, eine verpasste Deadline oder ein frustriertes Teammitglied, das nicht auf ein kritisches System zugreifen kann. Hier sind die häufigen Szenarien, die Unternehmen zur Implementierung von SMS-Weiterleitung bewegen:
Das Single-Point-of-Failure-Problem
Wenn die Telefonnummer einer Person mit kritischen Geschäftskonten verknüpft ist, wird diese Person zum Engpass. Jedes Mal, wenn jemand einen Verifizierungscode braucht, ist er darauf angewiesen, dass diese Person verfügbar, reaktionsfähig und bereit ist, die Nachricht weiterzuleiten. Das führt zu:
- Verzögerungen: Teammitglieder warten auf Codes, statt zu arbeiten
- Frustration: Ständige Unterbrechungen für die Person mit dem Handy
- Risiko: Wenn diese Person nicht verfügbar ist, ist das gesamte Team ausgesperrt
Das Mitarbeiter-Austritt-Risiko
Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, geht seine persönliche Telefonnummer oft mit. Wenn diese Nummer für Geschäftsdienste registriert ist, steht ihr vor einer schwierigen Wahl: den Ex-Mitarbeiter bitten, weiterhin Codes weiterzuleiten (unangenehm und unzuverlässig), oder Account-Recovery-Prozesse durchlaufen (zeitaufwändig und manchmal unmöglich).
Das Datenschutz-Bedenken
Die Verwendung persönlicher Telefonnummern für geschäftliche Verifizierung verwischt die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben. Mitarbeiter möchten möglicherweise nicht, dass ihre persönliche Nummer mit Firmenkonten verbunden ist, und Unternehmen möchten sich möglicherweise nicht auf Geräte verlassen, die sie nicht kontrollieren.
Die Skalierungs-Herausforderung
Wenn Unternehmen wachsen, vervielfacht sich die Anzahl der Konten, die SMS-Verifizierung erfordern. Die Verwaltung dieser über eine Organisation hinweg ohne systematischen Ansatz wird schnell chaotisch.
Wie geschäftliche SMS-Weiterleitung funktioniert
Die technische Implementierung variiert je nach Anbieter, aber das Kernkonzept ist konsistent:
Schritt 1: Dedizierte Telefonnummer
Ihr erhaltet eine dedizierte Mobilfunknummer, die von einer echten SIM-Karte unterstützt wird. Dies ist keine VoIP-Nummer (die viele Dienste blockieren), sondern eine tatsächliche Mobilfunknummer, die mit praktisch allen Verifizierungssystemen funktioniert.
Schritt 2: Nachrichtenempfang
Wenn eine SMS an dieser Nummer eingeht, erfasst das System sie sofort. Der Nachrichteninhalt, die Absenderinformationen und der Zeitstempel werden alle aufgezeichnet.
Schritt 3: Intelligentes Routing
Basierend auf eurer Konfiguration wird die Nachricht an den entsprechenden Empfänger weitergeleitet. Bei Diensten wie SIMRelay erhält das Teammitglied, das die Nummer gerade benötigt, die SMS direkt. Als Fallback könnt ihr einen Slack-Kanal oder Microsoft-Teams-Kanal als Catch-All konfigurieren – so gehen Codes nie verloren, auch wenn niemand aktiv zugewiesen ist.
Schritt 4: Zustellung und Protokollierung
Die Nachricht wird über eure gewählten Kanäle zugestellt, und das System protokolliert die Zustellung für Audit-Zwecke. Ihr behaltet ein durchsuchbares Archiv aller Nachrichten.
Wichtige Funktionen, auf die ihr achten solltet
Nicht alle SMS-Weiterleitungslösungen sind gleich. Hier ist, was für den geschäftlichen Einsatz wichtig ist:
Echte SIM-Karten (nicht VoIP)
Dies ist das wichtigste Merkmal. Viele Dienste – insbesondere Banken, Zahlungsdienstleister und Kryptowährungsbörsen – blockieren aktiv VoIP-Nummern. Sie tun dies, weil VoIP-Nummern häufig für Betrug verwendet werden. Eine Lösung, die auf echten SIM-Karten in tatsächlichen Mobilfunknetzen basiert, vermeidet diese Blockaden.
Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit
Verifizierungscodes sind zeitkritisch. Die meisten OTPs laufen innerhalb von 30-60 Sekunden ab. Eure Weiterleitungslösung muss Nachrichten innerhalb von Sekunden zustellen, nicht Minuten. Achtet auf Anbieter mit starken Uptime-Garantien und schnellen Zustellzeiten.
Integrationsoptionen
Die beste Lösung integriert sich mit Tools, die euer Team bereits nutzt:
- Slack: Codes erscheinen in dedizierten Kanälen
- Microsoft Teams: Native Integration für Enterprise-Umgebungen
- E-Mail: Fallback-Zustellung an Postfächer
- Webhooks/API: Eigene Integrationen für interne Tools oder Automatisierung
Sicherheit und Compliance
SMS-Nachrichten enthalten oft sensible Informationen. Euer Anbieter sollte bieten:
- Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung
- Zugriffskontrollen und Benutzerberechtigungen
- Audit-Logs für Compliance
- Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) für DSGVO-Compliance
- Klare Datenspeicherungs- und Löschrichtlinien
Multi-Nummern-Unterstützung
Wenn eure Anforderungen wachsen, möchtet ihr möglicherweise separate Nummern für verschiedene Zwecke – eine für Finanzkonten, eine für Social Media, eine für DevOps-Tools. Achtet auf Anbieter, die das Hinzufügen und Verwalten mehrerer Nummern erleichtern.
Anwendungsfälle nach Abteilung
DevOps und IT
DevOps-Teams verwalten Dutzende von Cloud-Diensten, jeder mit eigenen Authentifizierungsanforderungen. AWS, GCP, Azure, Cloudflare, Domain-Registrare – alle erfordern irgendwann SMS-Verifizierung. Mit SMS-Weiterleitung können Bereitschafts-Engineers auf diese Codes zugreifen, ohne die Person zu wecken, die die Konten ursprünglich eingerichtet hat.
Typische Konten: AWS, Google Cloud, Azure, Cloudflare, GitHub, Domain-Registrare, SSL-Zertifikatsanbieter
Finanzen und Buchhaltung
Finanzkonten gehören zu den sicherheitskritischsten, und Banken verlangen besonders aggressiv SMS-Verifizierung. Finanzteams brauchen Zugang zu Banking-Portalen, Zahlungsdienstleistern und Ausgabenverwaltungstools, ohne von einem einzelnen Handy abhängig zu sein.
Typische Konten: Geschäftsbanking, Stripe, PayPal, Ausgabenverwaltungstools, Buchhaltungssoftware
Marketing und Social Media
Social-Media-Konten sind für viele Unternehmen geschäftskritisch, werden aber oft auf den Handys einzelner Teammitglieder registriert. SMS-Weiterleitung stellt sicher, dass das gesamte Social-Team bei Bedarf auf Konten zugreifen kann, ohne persönliche Kontaktdaten zu teilen.
Typische Konten: Facebook/Meta Business, Instagram, Twitter/X, LinkedIn, TikTok, Google Ads, Meta Ads
Kundensupport
Support-Teams müssen oft auf gemeinsam genutzte Tools und Plattformen zugreifen. Anstatt Login-Daten zu teilen (ein Sicherheitsrisiko) oder für Verifizierungscodes von einer Person abhängig zu sein, ermöglicht SMS-Weiterleitung sicheren, verteilten Zugang.
Typische Konten: Helpdesk-Plattformen, Live-Chat-Tools, CRM-Systeme
Geschäftsführung und Assistenz
Assistenten der Geschäftsführung verwalten oft Konten im Namen der Führungsebene. SMS-Weiterleitung ermöglicht dies, ohne dass Führungskräfte Codes von ihren persönlichen Handys weiterleiten müssen.
Typische Konten: Firmenbanking, Board-Kommunikationstools, Rechtsakt-Plattformen
Implementierungsleitfaden
Schritt 1: Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands
Bevor ihr SMS-Weiterleitung implementiert, versteht eure aktuelle Situation:
- Welche Konten nutzen SMS-Verifizierung?
- Wessen Telefonnummern sind derzeit registriert?
- Welche Konten sind am kritischsten für das Geschäft?
- Wer braucht Zugang zu welchen Konten?
Erstellt eine Tabelle, die diese Informationen dokumentiert. Ihr werdet möglicherweise überrascht sein, wie viele Konten von einzelnen Telefonnummern abhängen.
Schritt 2: Anbieter auswählen
Wählt einen Anbieter basierend auf den oben beschriebenen Funktionen. Wichtige Überlegungen:
- Nutzt er echte SIM-Karten (nicht VoIP)?
- Integriert er sich mit euren bestehenden Tools (Slack, Teams, etc.)?
- Welche Zustellzeit-Garantien gibt es?
- Welche Sicherheits- und Compliance-Funktionen sind enthalten?
- Welche Länder/Regionen werden unterstützt?
Schritt 3: Nummern einrichten
Beginnt mit einer Nummer für eure kritischsten Konten. Konfiguriert eure Zustellkanäle (Slack, E-Mail, etc.) und testet gründlich, bevor ihr Konten migriert.
Schritt 4: Konten schrittweise migrieren
Versucht nicht, alles auf einmal zu migrieren. Beginnt mit weniger kritischen Konten, um Vertrauen aufzubauen, dann geht zu wichtigeren über. Für jedes Konto:
- Mit aktuellen Zugangsdaten einloggen
- Zu Sicherheits-/Telefonnummer-Einstellungen navigieren
- Auf die neue SMS-Weiterleitungsnummer aktualisieren
- Durch Anfordern eines Testcodes verifizieren
- Zustellung über die konfigurierten Kanäle bestätigen
Schritt 5: Dokumentieren und schulen
Erstellt Dokumentation für euer Team, die abdeckt:
- Welche Konten welche Nummern nutzen
- Wie man auf weitergeleitete Codes zugreift
- Was zu tun ist, wenn ein Code nicht ankommt
- Wie man Zugang zu neuen Konten anfordert
Häufige Herausforderungen und Lösungen
Herausforderung: Dienst blockiert VoIP-Nummern
Lösung: Nutzt einen Anbieter mit echten SIM-Karten. Das ist für den geschäftlichen Einsatz nicht verhandelbar. VoIP-basierte Lösungen werden unweigerlich auf Blockaden von sicherheitsbewussten Diensten stoßen.
Herausforderung: Codes kommen zu langsam an
Lösung: Prüft die Zustellzeiten und Uptime-Historie eures Anbieters. Bei konstant langsamer Zustellung erwägt einen Anbieterwechsel. Überprüft auch, ob eure Integration (Slack, E-Mail, etc.) keine Verzögerungen hinzufügt.
Herausforderung: Zu viele Codes in einem Kanal
Lösung: Nutzt mehrere Nummern für verschiedene Zwecke, oder konfiguriert Routing-Regeln, um bestimmte Nachrichtentypen an bestimmte Kanäle zu senden.
Herausforderung: Compliance-Bedenken
Lösung: Wählt einen Anbieter mit klaren Auftragsverarbeitungsverträgen, EU-Hosting-Optionen bei Bedarf und dokumentierten Sicherheitspraktiken. Stellt sicher, dass Audit-Logs für Compliance-Anforderungen bereitgestellt werden können.
Herausforderung: Mitarbeiter verlässt das Unternehmen
Lösung: Das ist bei korrekter SMS-Weiterleitung eigentlich kein Problem – die Nummer gehört dem Unternehmen, nicht der Einzelperson. Passt einfach an, wer weitergeleitete Nachrichten erhält.
SMS-Weiterleitung vs. Alternativen
vs. Gemeinsames physisches Handy
Manche Teams bewahren ein "Firmenhandy" in einer Schublade für Verifizierungscodes auf. Das erfordert physische Präsenz, skaliert nicht, und Handys gehen verloren oder der Akku ist leer.
vs. Authenticator-Apps
Authenticator-Apps (Google Authenticator, Authy) sind ausgezeichnet für Konten, die sie unterstützen, aber viele Dienste bieten nur SMS-Verifizierung an. Eine vollständige Lösung erfordert oft beides.
vs. Passwort-Manager mit TOTP
Passwort-Manager wie 1Password können TOTP-Codes speichern, was für unterstützte Dienste großartig ist. Aber auch hier unterstützen viele kritische Dienste (besonders Finanzdienste) nur SMS.
vs. Jemanden bitten, Codes weiterzuleiten
Der manuelle Ansatz funktioniert, bis er es nicht mehr tut – jemand ist nicht erreichbar, vergisst es oder sendet den falschen Code. Es schafft auch Social-Engineering-Schwachstellen.
Häufig gestellte Fragen
Akzeptieren Banken und Finanzdienstleister weitergeleitete SMS-Nummern?
Ja, wenn der Weiterleitungsdienst echte SIM-Karten in tatsächlichen Mobilfunknetzen nutzt. Dienste wie SIMRelay verwenden physische SIM-Karten, die für Banken genau wie normale Mobilfunknummern erscheinen. VoIP-Nummern werden jedoch häufig blockiert.
Ist SMS-Weiterleitung sicher?
Bei korrekter Implementierung ja. Achtet auf Anbieter, die Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und Audit-Protokollierung bieten. Die Sicherheit ist im Allgemeinen besser, als wenn Codes an persönliche Handys außerhalb der Firmenkontrolle gehen.
Wie schnell werden Nachrichten zugestellt?
Qualitätsanbieter liefern innerhalb von 1-5 Sekunden nach Empfang. Das ist schnell genug für zeitkritische OTPs, die typischerweise 30-60 Sekunden Ablaufzeit haben.
Kann ich das für WhatsApp- oder Signal-Verifizierung nutzen?
Ja. Jeder Dienst, der SMS-Verifizierungscodes sendet, funktioniert, einschließlich Messaging-Apps wie WhatsApp, Signal und Telegram.
Was passiert, wenn der Weiterleitungsdienst ausfällt?
Wählt einen Anbieter mit starken Uptime-Garantien und Redundanz. Pflegt außerdem Backup-Authentifizierungsmethoden, wo möglich (Authenticator-Apps, Backup-Codes).
Wie viele Nummern brauche ich?
Beginnt mit einer und erweitert nach Bedarf. Viele kleine Unternehmen kommen mit einer einzigen Nummer gut zurecht. Größere Organisationen profitieren oft von separaten Nummern für verschiedene Abteilungen oder Kontotypen.
Erste Schritte
SMS-Weiterleitung für Unternehmen ist kein Nice-to-have – es ist Infrastruktur. Jeder Tag ohne ist ein Tag, an dem eure kritischen Konten von individueller Verfügbarkeit und persönlichen Geräten abhängen.
Die Implementierung ist unkompliziert:
- Registriert euch bei einem Dienst wie SIMRelay
- Verbindet euer Team-Kommunikationstool (Slack, Teams, etc.)
- Migriert zuerst eure kritischsten Konten
- Dokumentiert das Setup für euer Team
Die meisten Teams schließen das Setup in unter einer Stunde ab und fragen sich, warum sie es nicht früher gemacht haben.
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